Wort des Pfarrers

Auf toten Flüssen treiben wir dahin,
vom Leben und dergleichen Wahn besessen.
Was wir erfahren, zeigt sich ohne Sinn,
weil wir uns selber längst vergessen.
Vom Augenblick beherrscht und eingefangen,
zerfällt der Tag, der Monat und das Jahr.
Und jede Scherbe schafft Verlangen
nach Ganzheit: Wie sie niemals war.

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und Leser,

der nebenstehende Text von Günter Kunert beschreibt die Welt: Wir erleben Tod und treiben dahin. Wir sind vom Leben besessen und doch ist der Gedanke an das Leben ein Wahn. Und wir stellen uns die Frage: Warum überhaupt Leben, wenn Vertrauen und Lebenssinn abhandengekommen, ja sogar das Leben selbst seinen Wert verliert. Wenn wir nicht mehr wissen oder wissen wollen, woher wir kommen und wohin wir gehen, wenn wir Geschichte und Zukunft ausblenden, wenn Ewigkeit zur Naivität wird, dann sind wir Gefangene des Augenblicks. Und dann gibt es nur noch ein Jetzt, das wir zu unserem Vorteil, zu unserem Vergnügen, zu unserer Befriedigung auskosten müssen – koste es, was es wolle, denn morgen sind wir tot.

Diese Gedanken treiben mich um: angesichts von Ostern, des Anschlages auf den Mannschafts-Bus von Borussia Dortmund, der Wahlen in Frankreich, aber auch des Verlegens von Stolper-Steinen in Wörth.

Die Scherbe als Hinweis auf uns Menschen? Denn wie viele sehen in sich nicht mehr als das weggeworfene Glasstück einer zerbrochenen Flasche? Und wer beachtet schon eine Scherbe? Sie liegt am Wegrand und wird höchstens mit dem Fuß beiseite gestoßen.

Doch der Schrei der Scherbe „nach Ganzheit, wie sie niemals war“, ist die Wende, ist das Verlangen nach einer Fülle des Lebens.

Und Jesus gibt darauf Antwort: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ Durch die Überwindung des Todes, durch seine Auferstehung möchte er, dass der Mensch nicht eine weggeworfene Scherbe am Wegesrand bleibt. Er will gerade dem zerstörten Menschen seinen Wert, seinen Lebens-Sinn zurückgeben und ihm deutlich machen, dass er zu einem großen Leben berufen ist.

 

Berufen, Thron Christi zu sein

Menschen, deren Hände immer geschlossen sind, haben auch verschlossene Herzen. Und nur Menschen, die ihre Herzen öffnen, können auch empfangen. 15 Kinder unserer Gemeinde durften so in den vergangenen Tagen zum ersten Mal den Leib Christi empfangen. Sie öffneten ihre Hände, legten die linke Hand in die rechte und bildeten damit einen Thron für Christus. Und sie gaben mit ihrem „Amen“ ausdrücklich ihre Zustimmung dazu, dass Gott ihr Herz ergreife.

Danke allen, die die Kinder auf dem Weg der Vorbereitung begleiteten: allen Eltern und Paten, die damit ihr Taufversprechen eingelöst haben; den Eltern, die mitgestaltet haben, sei es beim Krippenspiel zu Weihnachten, beim Brotbacken oder auch bei der Vorbereitung des Gottesdienstes; Luise Herbert für die Mit-Organisation des Erstkommunion-Kurses.

 

Danke für Kar- und Ostertage

Leben in Christus durften wir feiern in vielen Gottesdiensten, besonders an den Kar- und Ostertagen. Allen, die mitgefeiert und mit vorbereitet und mitgestaltet haben, gilt großer Dank: unserem Küster-Team Walburga Bauer, Richard Hofbauer und Juliana Wolfstetter, den Blumenschmückerinnen Walburga Bauer und Monika Koletzko, den Ministrantinnen und Ministranten…

 

Neue Lektoren und Kommunionspender

Als neue Lektoren und Kommunionspender für unsere Gemeinde wurden mit bischöflicher Urkunde Matthias Bayer und Renate Ferber beauftragt.
Gottes Segen und viel Freude für diesen Dienst in unseren Gottesdiensten!

 

„Pastoral der Zukunft“

Mehrfach wurde ich nach der Tagung der Hauptamtlichen in den Dekanaten Obernburg und Miltenberg in den vergangenen Wochen gefragt, wie es denn nun mit den Pfarreien weitergeht, was da alles auf uns zukommt mit Zusammenlegungen usw.

Nachdem der Bischof den Personalplan für die Dekanate bis 2020 in Kraft gesetzt hat, bleibt bei uns nun erst einmal alles, wie es ist. Die Hauptamtlichen (Pfarrer, Pastoral- und Gemeindereferenten…) wurden allerdings aufgefordert, bereits jetzt mit einer ortsüber­greifenden Zusammenarbeit zu beginnen, um sich auf das Weniger-Werden des Personals in den kommenden Jahren einzustellen. So haben sich in der Woche nach Ostern die Seelsorgerinnen und Seelsorger der drei Städte Erlenbach, Klingenberg und Wörth, die zukünftig enger zusammenarbeiten werden, zum ersten Mal getroffen, um sich über Ziele und Aufgaben der Seelsorge in der Zukunft auszutauschen. Ein konkreter Schritt, der in nächster Zeit im Sinne des „Da-Seins für die Menschen“ angegangen werden soll, ist ein Bereitschafts-Telefon für den gesamten Bereich. Da Erlenbach im kommenden Schuljahr wieder neu in die Firmvorbereitung einsteigt, kann eventuell auch hier gemeinsam überlegt werden. Auf jeden Fall soll die Firmspendung an einem gemeinsamen Termin stattfinden.

Es wird auf jeden Fall interessant und spannend werden, was wir gemeinsam erreichen können.

Ihnen allen eine gesegnete österliche Zeit

Ihr Pfarrer
Wolfgang Schultheis